Papyrus-Ebers-Akademie e.V. ®

Vita George Ebers

Papyrus Ebers:     Der Name rührt von einer altägyptischen Schriftrolle her, die nach ihrem "Entdecker", dem Gelehrten, Prof. Dr. ph. Georg Ebers, der sie in Ägypten erworben hat, als "PAPYRUS EBERS" bekannt wurde.

Es ist der größte, am schönsten geschriebene und am besten erhaltene medizinische Papyrus. Er ist 30 cm hoch und 20,23 m lang und wurde 1872/73 von Georg Ebers bei seinem Aufenthalt in Ägypten erworben. Der Papyrus wird in der Leipziger Universitätsbibliothek aufbewahrt. 

Unter dem Papyrus Ebers ist ein  medizinisches Kompendium zu verstehen, das spätestens um 1550 v. u. Z. niedergeschrieben worden ist; aber in seinen einzelnen Teilen verschiedenen, mehr oder weniger älteren Zeitepochen angehört.

Prof. Dr. ph. Georg Moritz Ebers

  • Georg Moritz Ebers wurde am 1. März 1837 als Sohn eines Bankiers in Berlin geboren.

  • Nach anfänglichem Jurastudium in Göttingen wandte er sich später den klassischen und orientalischen Sprachen und ab 1859 hauptsächlich der Ägyptologie zu.

  • 1862 promovierte er an der Universität Jena.

  • 1865 reichte er seine Habilitationsschrift in Jena ein und erhielt dort vier Jahre später eine außerordentliche Professur für altägyptische Sprache und Altertumskunde.

  • Während seiner Jenaer und frühen Leipziger Jahre unternahm Georg Ebers mehrere Ägyptenreisen, welche ihm eine gute Landeskenntnis einbrachten und die wichtigste Voraussetzung für populär-wissenschaftliche Veröffentlichungen bildeten.
    Seine Verdienste bei der Popularisierung Ägyptens sind unumstritten.

  • 1875 wurde Ebers zum Ordinarius der Universität Leipzig ernannt.

  • Seiner lauteren Persönlichkeit, seinen ungewöhnlichen pädagogischen Gaben und seiner Fähigkeit, in weiten Kreisen Begeisterung für Ägypten wachzurufen, hat man uneingeschränkte Hochachtung gezollt. Er war imstande, die Forschungen anderer aufzunehmen und weiter zu vermitteln, fremde Leistungen neidlos anzuerkennen und jedem Fortschritt gerecht zu werden, er  war stets bereit, Überlebtes aufzugeben und Neuem die Bahnen zu ebnen.

  • Der Schwerpunkt von Ebers' Lehrtätigkeit lag auf philologischen Gebiet. Neben den Sprachkursen liefen in ununterbrochener Folge geschichtliche und kulturgeschichtliche Lehrveranstaltungen, die wahrscheinlich für speziell interessierte Studenten gedacht waren, z.B. "Geschichte des alten Ägypten mit Berücksichtigung seiner Nachbarländer". Das beliebteste öffentliche Kolleg scheint aber die, seit Ebers' erstem Leipziger Semester mit wechselnden Titeln, wiederholte ägyptische Denkmälerkunde gewesen zu sein.

  • In der Regel durften die Professoren für privat gehaltene Vorlesungen Kolleggelder erheben. Ebers, der seine Vorlesungen meistens privat , aber gratis o.ä. ankündigte, scheint von diesem Recht keinen Gebrauch gemacht zu haben, um auch den Mittellosen die Teilnahme zu ermöglichen.

  • Später war Ebers' Lehrtätigkeit zunehmend von einer schweren Krankheit überschattet. Sie hatte schon den Göttinger Studenten dazu genötigt, sein Studium aufzugeben, und trat im März 1876 erneut hervor, um ihn nicht mehr zu verlassen.
    Schmerzen und Lähmungserscheinungen machten dem Patienten zeitweise jede Bewegung unmöglich. Seitdem musste er die vorgesetzten Behörden Jahr für Jahr um längere Freistellungen bitten, weil er seine Dienstpflichten nicht wahrnehmen konnte, bis er schließlich im Sommer 1889 den Antrag auf vorzeitige Emeritierung stellte, der zum 1.Oktober 1889 entsprochen wurde.

  • In seinem letzten Jahrzehnt scheint Ebers sich völlig aus der Wissenschaft zurückgezogen und ausschließlich für seine literarischen Tätigkeit gelebt zu haben.
    Weit über den engen Kreis der Fachstudenten und Hörer seiner öffentlichen Vorlesungen und den größeren Kreis der Leser seiner kulturgeschichtlichen Bücher und Aufsätze reicht Ebers' Wirkung als Verfasser historischer Romane. Sie haben seinen Ruhm begründet und ihm ein Vermögen eingebracht. "Eine ägyptische Königstochter", sein Erstlingswerk, erschien 1864 und löste eine wahre Begeisterungswelle aus.
    Bis 1928 hatte das Werk eine Auflagenhöhe von 400 000 Exemplaren erreicht und war in 16 Sprachen übersetzt worden. Ebers selbst war offenbar vom Vorrang seiner künstlerischen Sendung überzeugt. In seinem nächsten Roman, "Uarda" (1876), der auch für die Bühne bearbeitet wurde, verzichtete er auf die Fußnoten, mit denen er in seinem ersten Buch mehr als 500 Fakten dokumentiert hatte.

  • Nach diesen beiden, dem pharaonischen Ägypten gewidmeten, Romanen wandte sich der Autor anderen Stoffen zu: dem ptolemäischen Ägypten, der orientalischen und der griechisch-römischen Umwelt und später besonders der europäischen Renaissance.
    Sein literarisches Werk wuchs auf 32 Bände. Er war einer der am meisten gelesenen und einer der am meisten gekauftesten Schriftsteller des damaligen Deutschland, aber den Erfolg der Ägypterromane hat keines der jüngeren Bücher erreicht.

  • Bereits 1882 hatte er eine Villa in Tutzing am Starnberger See erworben und siedelte nun ganz nach München über. Als hochberühmter Mann, mit mehreren Orden ausgezeichnet, Mitglied wissenschaftlicher Gesellschaften, starb er am 7. August 1898 in Tutzing. Das Lebensbild, das er von seinem Lehrer Lepsius entworfen, und Nachrufe, die er Fachkollegen gewidmet hat, aber fast noch mehr die gerechte und tolerante Würdigung seines Vorgängers Gustav Seyffarth, der ihn zeitlebens erbittert bekämpft hatte, bezeugen seine menschliche Größe.

  • Besonders seinen Schülern kamen diese Qualitäten zugute. So schreibt sein Schüler Erman über ihn:

    "Auch sonst war Ebers ein anregender Lehrer, und ich hörte durch ihn von hundert Dingen, die mir bis dahin fremd gewesen waren. Ich war nicht blind für seine Schwächen, aber sie verschwanden für mich neben seinem liebenswürdigen Wesen und der Frische seines Unterrichts. Er war ein Lehrer aus Passion und verstand es, das, was andere erarbeitet hatten, geschickt zu verbreiten, und wusste zudem, den Studenten Lust zu machen. Und dazu war Ebers auch von rührender Güte gegen Gerechte und Ungerechte und opferte sich unermüdlich für andere auf."

  • Gerade dieser letzte von seinen Schüler erwähnte Charakterzug Georg Ebers' hat die Papyrus-Ebers-Akademie bei der Auswahl ihres Namens inspiriert und gibt ihren Projekten: der "ERSTEN EUROPÄISCHEN KINDERKLINIK - REGENBOGENKLINIK" und dem Programm für krebskranke Kinder und deren Familien "TRÄNEN IM REGENBOGEN" den ideellen Rahmen.